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05. Juli 2007
Kundenbindungsmaßnahmen von Regionalzeitungen
F&B BERLIN im Horizont


Horizont 27/2007, von Roland Karle

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Die regionalen Tageszeitungen leiden weiterhin unter schleichenden Auflagenverlust. Die Verlage müssen reagieren: Sie investieren verstärkt in den Ausbau ihrer Medienmarke, Kundenbindung und zusätzliche Kommunikationskanäle wie das Internet.

Mit seiner Kurier-Card hat der 'Nordbayerische Kurier' in Bayreuth einen echten Trumpf aus dem Ärmel gezogen. 42 000 Mal wurde die Bonuskarte beantragt, 187 lokale und regionale Partnerfirmen vorwiegend aus dem Einzelhandel machen mit und gewähren Preisnachlässe von bis zu 11 Prozent. Geschäftsführer Laurent Fischer spricht von einem "vollem Erfolg". Allein die Tatsache, dass der "Nordbayerische Kurier" jeden Monat explizit auf der Kontoabrechnung der Kartennutzer erscheint, "sorgt nach unseren Untersuchungen für eine nachhaltige Kunden- und Markenbindung", sagt Till Fischer, Mitinhaber der Medienberatung F&B BERLIN. Er denkt schon über die nächsten Schritte nach. "Die Karte soll als Bindeglied zur Online-Community fungieren, wobei ihre Besitzer voraussichtlich Sonderrechte und erweiterte Funktionen genießen werden."

Instrumente wie die Kundenkarte sind bei vielen Zeitungen inzwischen zum Stadard geworden - und ein Beispiel dafür, wie Verlage mehr Kundennähe und zusätzliche Erlösquellen schaffen wollen. Das tun sie nicht ganz freiwillig: Zwar ist der Nettowerbumsatz der deutschen Tageszeitungen 2006 um 1,3 Prozent auf mehr als 4,5 Milliarden Euro gestiegen, doch vom Höchststand von rund 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2000 ist er weit entfernt. Hinzu kommt: Lag der Anteil der Zeitungen am Gesamtwerbemarkt Mitte der 90er Jahre noch bei 30 Prozent, ist er jetzt auf 22 Prozent gesunken. Der stete Auflagen- und Reichweitenverlust macht die Situation nicht einfacher. Im 1. Quartal 2007 haben die 20 größten Regionalzeitungen der Republik 2 Prozent weniger Exemplare verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Folgerichtig arbeiten etliche Verlage daran, sich als Medienmarke zu profilieren. "Die Zeitungen genießen in der Bevölkerung eine außerordentlich hohe Glaubwürdigkeit, diesen Vorteil müssen sie nutzen", empfiehlt Berater Fischer. Also bauen sie ihre Palette an Publikationen und Plattformen immer weiter aus. Die gedruckte Zeitung bleibe bis auf Weiteres das Kernprodukt, doch "die Leser erwarten unsere Fachkompetenz längst in allen Lebensbereichen und nicht mehr nur auf dem Frühstückstisch", betont Axel Gleie, Geschäftsführer Neue Osnabrücker Zeitung (Neue OZ).

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